• Mit Wolle das Haus dämmen

Mit Wolle das Haus dämmen

21.06.2022

Mit regionaler Schafwolle das Haus dämmen: Das will der Hauseigentümerverband der Region Amriswil fördern und organisierte deshalb Rundgänge durch die Amriswiler «Fiwo» - eine Sozialfirma, die Schweizer Schafwolle zu Dämmstoff und Wollflies verarbeitet.

Fiwo steht für «Förderung innovativer Wollverarbeitung Ostschweiz». Der Hauseigentümerverband (HEV) der Region Amriswil hat das wortwörtlich genommen. «Wir organisieren regelmässig für unsere Mitglieder solche Anlässe, um Möglichkeiten aufzuzeigen, die viele leider noch nicht kennen», erklärt Vorstandsmitglied und HEV-Kassier Theo Dürig, die Motivation, eine solche Führung durchzuführen. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich nach der Führung denn auch sehr beeindruckt. «Das war schon sehr interessant, ich komme vom Bau», betonte ein sichtlich inspirierter Eugen Gross aus Sonterswil. «Ich habe heute sehr viel über das Dämmen gelernt», sagte Vreni Aepli aus Amriswil.  

 

Es entsteht kein Abfall

Fiwo verarbeitet jährlich 300'000 Kilo Schafwolle zu Dämmplatten, Dämmzöpfen oder zu Wollflies für Bettwaren. David Stadelmann, Sachbearbeiter Dämmstoffe, führte die interessierten Hauseigentümerinnen und -hauseigentümer durch die grosse Produktionshalle im Industriegebiet Schwarzland. In der Sortieranlage zeigte er, wie die angelieferte Schafwolle nach Qualität sortiert und für die Wäscherei verpackt wird. Die saubere Wolle wird in grossen Anlagen geglättet, zu dünnem Flies verarbeitet und dann je nach Bedarf mehrschichtig gefaltet. «Abfall produzieren wir keinen», erzählte David Stadelmann.

 

Mehr als eine Firma

Beeindruckt hat die Teilnehmenden überdies, dass Fiwo weit mehr ist als eine Firma ist, die Wolle zu hochwertigen Produkten verarbeitet: Die Sozialfirma ist als Verein organisiert, der 35 bis 40 Ausgesteuerte beschäftigt, die von den Sozialämtern zugewiesen werden. «Wir bieten Tagesstrukturen und bei Bedarf ein Jobmonitoring oder auch Deutschkurse. So gelingt es uns, jährlich etwa 15 Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren», erzählte David Stadelmann. Zu Beginn war man auf Spenden angewiesen, heute finanziere man sich zu 95 Prozent selbst.