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Das Heimbüro grüner gestalten

22.06.2022

Schon der Verzicht auf den Arbeitsweg macht das Homeoffice klimafreundlich. Trotzdem versteckt sich auch im Heimbüro das eine oder andere Potenzial, um Energie einzusparen.

Vier Gramm Kohlendioxid verbraucht eine Videokonferenz pro Stunde. Wer mit dem Auto oder dem Bus zur Arbeit fährt, verursacht pro Kilometer schon deutlich über 100 Gramm Kohlendioxid. Der Vergleich mag etwas hinken, veranschaulicht aber, dass das Homeoffice an sich schon umweltfreundlich ist. Ganz so einfach ist es trotzdem nicht.

Der grösste CO2-Verursacher im Homeoffice ist das Internet. Laut einer Schätzung der Pariser Organisation The Shift Project lag dessen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoss im Jahr 2019 bereits bei 3,7 Prozent. Aufs Internet verzichten können wir im Homeoffice meistens nicht. Mit folgenden Tipps ist man aber sparsamer unterwegs: 

  • E-Mail-Accounts, die man nicht mehr braucht, löschen.
  • Newsletter, die man eh nicht öffnet, abbestellen.
  • Lieblingsmusik vom Streamingdienst herunterladen, statt streamen.
  • Bei Videokonferenzen die Kamera ausmachen, wenn man gerade nur zuhört.
  • Videoauflösung beim Streaming tiefer einstellen.

Nachhaltig im analogen Raum
Auch ausserhalb des digitalen Raums gibt es Möglichkeiten, umweltbewusster zu arbeiten. Dabei gilt das Prinzip: Die umweltfreundlichste Variante ist diejenige, etwas nicht zu nutzen. Geräte, die nicht genutzt werden, sollten vollständig ausgeschaltet werden. Besonders empfehlen sich Steckerleisten mit dezidiertem Kippschalter, so dass der Computer, Drucker, Bildschirm oder die Kaffeemaschine durch die Nacht hindurch wirklich vom Strom getrennt sind.

Heizen ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Bei zu hohen Temperaturen leidet übrigens auch die Produktivität nachweislich. Das Eidgenössische Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) empfiehlt im Sommer Temperaturen zwischen 23 und 26 Grad und im Winter zwischen 21 und 23 Grad – je nach Wetterlage. Wer ein Minergie-Haus besitzt, ist energietechnisch im Vorteil.

Was ist mit dem Büro am Arbeitsort?
Was in der Diskussion um das Homeoffice oft untergeht, ist der «reguläre» Arbeitsplatz: Auch wenn man selbst von zu Hause aus arbeitet, steht irgendwo meist noch ein Büro, das trotz Abwesenheit beheizt und mit Strom sowie Internetverbindung versorgt werden muss. Hier könnten die Unternehmen noch einiges an Potenzial ausschöpfen. Wenn beispielsweise nur einzelne Mitarbeitende abwechslungsweise im Homeoffice arbeiten, könnte sich Desk-Sharing – also das Teilen des Arbeitsplatzes – lohnen. Eine weitere Möglichkeit sind intelligente Systeme, die einzelne Räumlichkeiten direkt ansteuern und den Energieverbrauch eines gerade nicht genutzten Büros auf ein Minimum senken können.

Jonas Manser / hausinfo.ch